Bakterien können vor Strahlenschäden schützen

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Lineberger Comprehensive Cancer Center mit ermutigenden Ergebnissen bei Tests mit Mäusen

Mäuse mit bestimmten Bakterien im Darm überleben tödliche Dosen von radioaktiven Strahlen. Das weckt Hoffnungen auf Therapien für Menschen, die nach einer Krebs-OP bestrahlt werden, um Tumorreste abzutöten. Diese Behandlung ist meist mit schweren Nebenwirkungen verbunden. Die Bakterien sorgen zusätzlich dafür, dass die Produktion von Blutzellen schnell wieder beginnt, wenn die Strahlenexposition beendet ist. Forscher am Lineberger Comprehensive Cancer Center http://unclineberger.org der University of North Carolina haben festgestellt, dass die Bakterien die Wirkung der Strahlentherapie nicht beeinträchtigen.

Lachnospiraceae und Enterococcaceae

Laut den Forschern war im Darm eines Teils der Mäuse, mit denen experimentiert worden war, die Bakterien Lachnospiraceae und Enterococcaceae nachweisbar. Das führte zur erhöhten Produktion kleiner Moleküle, die als Propionat und Tryptophan bekannt sind. Beide finden sich in verschiedenen Lebensmitteln und können auch als Nahrungsergänzungsmittel verwendet werden.

Diese Moleküle bieten einen langfristigen Schutz vor Strahlung, verringern die Schädigung der Knochenmarkstammzellproduktion, mildern die Entwicklung schwerer Magen-Darm-Probleme und verringern die Schädigung der DNA. Ob sie beim Menschen eine ähnliche Wirkung haben wie bei Mäusen, muss noch erforscht werden. Ermutigend ist laut den Experten, dass die beiden Bakterien, die vor Strahlenschäden schützen, häufig bei Leukämiepatienten vorkommen, die sich einer Strahlentherapie unterziehen und wenig Probleme mit ihrem Verdauungstrakt haben. 21 untersuchte Stuhlproben haben das gezeigt.

Alternative für teures Krebsmedikament

Bisher ist nur ein einziges Mittel zur Nebenwirkungreduktion bei einer Krebsbehandlung zugelassen, der Granulozyten-Kolonie-stimulierende Faktor (GCSF). Das Präparat ist sehr teuer, während Propionat und Tryptophan eher kostengünstig sind. Zudem ist GCSF nicht nebenwirkungsfrei. „Bakterien, die wir kultivieren können, sind relativ billig und bereits in Nahrungsmitteln enthalten. Diese können eine gute Alternative sein“, sagt Jenny P.Y. Ting, eine der Autorinnen der Studie.

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