Bedeutung der bilateralen Beziehungen und eines offenen und konstruktiven Dialogs zwischen der Schweiz und der Türkei im Zentrum der Gespräche zwischen Bundesrat Ignazio Cassis und Aussenminister Mevlüt Çavuşoğlu

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 Bundesrat Ignazio Cassis unterhielt sich heute mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Çavuşoğlu anlässlich eines offiziellen Besuchs in Bern. Die beiden Aussenminister bekräftigten ihre Absicht, die guten Beziehungen zwischen den beiden Ländern fortzuführen. «Die Türkei ist eine sehr wichtige Partnerin der Schweiz. Wir wollen auch in Zukunft einen offenen und konstruktiven Dialog pflegen», sagte Bundesrat Cassis und bot der Türkei die guten Dienste der Schweiz an, beispielsweise bei der Lösung der Zypernfrage. Weitere Gesprächsthemen waren die internationale Krise im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie, die zunehmenden Spannungen im östlichen Mittelmeer und die Lage in Libyen.

Das Treffen mit dem türkischen Aussenministers Mevlüt Çavuşoğlu in Bern schliesst an den Besuch von Bundesrat Ignazio Cassis in Ankara am 12. Juli 2019 an, bei dem die beiden Parteien ihre Absicht geäussert hatten, regelmässig bilaterale Treffen zwischen der Schweiz und der Türkei durchzuführen. «Dies zeigt, welch hohen Stellenwert die Türkei als Partnerin der Schweiz hat und wie viel der Schweiz an einer Vertiefung der Beziehungen liegt», betonte der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten EDA, Ignazio Cassis. Die bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Ländern sind eng und vielfältig, auch dank der grossen türkischen Gemeinschaft in der Schweiz. Sie sind geprägt von einem regelmässigen politischen Dialog und einem intensiven wirtschaftlichen Austausch. Die Schweiz steht mit über 300 Schweizer Unternehmen und über 16’000 Arbeitsplätzen vor Ort an achter Stelle der wichtigsten internationalen Investoren in der Türkei. 2019 betrug das Handelsvolumen rund fünf Milliarden Franken.

Die beiden Aussenminister bestätigten Fortschritte in verschiedenen Bereichen, namentlich in Bezug auf den Abschluss eines bilateralen Abkommens für den Schutz von Kulturgut. Bundesrat Ignazio Cassis betonte ausserdem die Bereitschaft der Schweiz, mit ihren guten Diensten weiterhin zur Lösung der Zypernfrage beizutragen. «Die Fortsetzung eines offenen und konstruktiven Dialogs mit der Türkei liegt im Interesse der Schweiz», unterstrich Bundesrat Cassis. Vor diesem Hintergrund wurden auch Themen im Bereich der Menschenrechte und der Rechtsstaatlichkeit in der Türkei angesprochen, insbesondere in Bezug auf die freie Meinungsäusserung.

Austausch zur Coronakrise und zu internationalen Themen
Die aktuelle Krise aufgrund der COVID-19-Pandemie sowie ihre Herausforderungen und Folgen waren weitere Gesprächsthemen. Bundesrat Ignazio Cassis dankte der Türkei für die Zusammenarbeit anlässlich der Rückholung der im Ausland gestrandeten Schweizerinnen und Schweizer. Rund 300 Personen konnten trotz der Einschränkungen an den Grenzen aus der Türkei nach Hause zurückkehren.

Zu den internationalen Themen des Treffens gehörten auch die Lage in Libyen und die zunehmenden Spannungen im östlichen Mittelmeer, über die sich Bundesrat Ignazio Cassis besorgt äusserte. Der EDA-Vorsteher bekräftigte, dass die Schweiz gewillt sei, eine friedliche Lösung der Konflikte im Rahmen eines politischen Dialogs zu bewirken. In diesem Sinne sprach sich Bundesrat Ignazio Cassis für eine rasche Lösung der aktuellen Krise bei der Führung der OSZE aus. Schliesslich befassten sich die beiden Aussenminister auch mit dem Thema Migration, bei dem die Schweiz die wichtige Rolle der Türkei, auf deren Gebiet sich rund vier Millionen Flüchtlinge aufhalten, anerkennt.

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