Coronavirus: Risikoreduktion durch Rauchstopp

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Die Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz fordert den Bundesrat auf, ein sofortiges, vollständiges und dauerhaftes Verbot des Verkaufs aller Tabak- und Nikotinprodukte an Personen unter 18 Jahren zu verhängen.

Zudem empfiehlt sie der Schweizer Bevölkerung, das Rauchen oder den Konsum von E-Zigaretten zu stoppen und Passivrauchen zu vermeiden.Rauchen erhöht das Risiko einer Atemwegserkrankung. – dpa

Rauchen ist ein wichtiger Risikofaktor für viele Atemwegserkrankungen – wie etwa COVID-19 oder die saisonale Grippe. Rauchen schwächt das Immunsystem und erhöht das Risiko für einen schweren Verlauf der Atemwegserkrankungen.

Rauchen ist unbestrittenen ein wichtiger Risikofaktor für viele Atemwegserkrankungen. Raucherinnen und Raucher haben ein deutlich höheres Risiko für COPD (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung). Rund 400’000 Menschen leiden in der Schweiz an COPD. Auch COVID-19 ist eine Lungenkrankheit, so wie die dazu im Vergleich harmlosere saisonale Grippe eine Atemwegserkrankung ist. Rauchen schwächt das Immunsystem und erhöht das Risiko für einen schweren Verlauf der Atemwegserkrankungen, dies gilt sowohl für COVID-19 wie auch für die saisonale Grippe.

Die Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz fordert die Schweizer Gesundheitsbehörden auf, die folgenden Massnahmen zu ergreifen:

  • Als Präventivmassnahme zur Senkung des Risikos einer Erkrankung mit bzw. ernsthafter Komplikationen bei Covid-19 empfehlen wir, das Rauchen oder den Konsum von E-Zigaretten zu stoppen und Passivrauchen zu vermeiden. Der Bundesrat soll die Bevölkerung über die negativen Auswirkungen des Rauchens im Zusammenhang mit COVID-19 informieren.
  • Als dringende Massnahme fordern wir ein sofortiges, vollständiges und dauerhaftes Verbot des Verkaufs aller Tabak- und Nikotinprodukte an Personen unter 18 Jahren. Der Bundesrat kann für die schnelle Umsetzung des Verbotes, bis zum Inkrafttreten des Tabakproduktegesetzes, eine Anpassung der Verordnung Nr. 2 über die Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus (COVID-19) (818.101.24) vornehmen.

Rauchen und Grippe

Eine 2019 veröffentlichte Meta-Analyse zum Zusammenhang zwischen Rauchen und Grippe ergab, dass Raucherinnen und Raucher häufiger hospitalisiert werden müssen. Ebenfalls müssen Raucherinnen und Raucher mit grösserer Wahrscheinlichkeit auf die Intensivstation verlegt werden1.

Potentielles Risiko durch Konsum von E-Zigaretten

Auch der Konsum von E-Zigaretten kann, wie das Rauchen, die Gesundheit der Lunge beeinträchtigen. Ob es zu COPD führen kann, ist noch unklar, aber neue Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Exposition gegenüber Aerosolen aus E-Zigaretten die Lungenzellen schädigt und das Infektionsrisiko für den Coronavirus erhöht.

Bekannt ist, dass bestimmte Aromen, die in E-Zigaretten enthalten sind, in Zusammenhang mit respiratorischen Pathologien wie Bronchiolitis obliterans stehen2. Es gibt auch Hinweise, dass gewisse Verbindungen in den Liquids, die zur Erzeugung des Dampfes dienen, eine immunosuppressive Wirkung haben3.

Der jüngst erschienene Artikel «Smoking or Vaping May Increase the Risk of a Severe Coronavirus Infection» über das Rauchen und den E-Zigaretten-Konsum, fasst die bekannten Risiken in Bezug auf COVID-19 gut zusammen.

Doppelt gestrafte Raucherinnen und Raucher

Rauchen ist der Hauptrisikofaktor für die Entstehung vieler Krebs-, Herz- und Lungenkrankheiten. Raucherinnen und Raucher sterben doppelt bis 39(!)-mal häufiger an diesen Krankheiten. Personen, die an einer Krebserkrankung, einer Herz-Kreislauferkrankung oder einer Lungenkrankheit leiden, gehören jetzt zu den Risikogruppen der Corona-Pandemie. Nutzen eines Rauchstopps Ein Rauchstopp bringt bereits kurzfristig einen Nutzen: Nach 24 Stunden beginnt die Lunge Schleim und Rauchrückstände auszuwerfen. Nach vier Wochen nehmen Husten und Atemnot ab. Die Flimmerhärchen in den Bronchien beginnen nachzuwachsen und können ihre schützende Funktion wieder wahrnehmen, Fremdstoffe (Staub, Pollen und Krankheitserreger) aus der Lunge zu transportieren.

In einem aktuellen Beitrag des BMJ kommen britische Spezialisten zum selben Schluss: Es sei «plausibel, dass ein Anstieg der Rauchstopps dazu beitragen kann, die Übertragung von COVID-19 zu reduzieren». Mehrgleisige Ansätze, die sowohl pharmakologische als auch verhaltensbezogene Massnahmen beinhalten seien am erfolgversprechendsten. Der Rauchstopp könne einen kleinen Teil dazu beitragen.

Hilfe beim Rauchstopp

Wer für einen Rauchstopp Hilfe in Anspruch nimmt, erhöht seine Chancen auf einen Rauchstopp. Informationen zum Rauchstopp finden Sie im Internet auf der Seite Stopsmoking.ch und telefonisch bei der Rauchstopplinie. Unter der Telefonnummer 0848 000 181 stehen Ihnen von 11 bis 19 Uhr professionelle Rauchstoppberaterinnen und -berater zur Verfügung.

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