Firmenchefs kaufen Luxusautos mit Corona-Krediten

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MILLIARDENSCHWERES RETTUNGSPROGRAMM

Gewisse Unternehmer missbrauchen die Corona-Kredite und kaufen damit ihre verpfändeten Luxusautos zurück. Der Besitzer eines Pfandhauses erzählt, wie das möglich ist.

Um wegen des Lockdowns Firmen zu retten, verabschiedete der Bundesrat im März ein milliardenschweres Rettungsprogramm. 40 Milliarden Franken wurden für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bereitgestellt. Wie die «Sonntagszeitung» nun berichtet, missbrauchen gewisse Unternehmer die Corona-Kredite. Anstatt ihre finanziellen Engpässen zu überbrücken, kaufen sie ihre verpfändeten Luxusautos zurück. 

Cedric Domeniconi, der mit einem Partner die Auto-Pfandhaus.ch GmbH aufgebaut hat, sagt dazu: «Seit die Nothilfen für die Covid-19-Pandemie angelaufen sind, werden bei uns auffällig viele Luxusautos von Unternehmern wieder abgeholt.» Das Pfandhaus vergibt Kredite bis höchstens 100’000 Franken. 

Keine Meldung an Informationsstelle

Laut Domeniconi müssen die Kunden, die vorwiegend aus der Bau-, Immobilien- und Finanzbranche stammen, für die Auslösung ihrer verpfändeten Autos keine Gründe nennen. «Wir wissen aber, dass viele Kunden die Notkredite zum Rückkauf ihres Pfandkredits verwenden, den sie ursprünglich mit ihrem Auto gedeckt hatten.» Er zählt dabei Automarken wie Aston Martin, Ferrari, Mercedes AMG, Porsche oder Rolls Royce auf. 


Zwar sei in der Verordnung zu den Covid-19-Krediten festgehalten, dass die Bundesgelder nicht zur Refinanzierung von anderen Krediten verwendet werden dürfen. Doch das lässt sich leicht umgehen, wie die «Sonntagszeitung» schreibt. Der Grund: Autopfandkredite tauchen in keinem Schweizer Schuldnerregister auf. Zudem muss im Gegensatz zum Konsumkredit keine Meldung an eine Informationsstelle gemacht werden. Ebenso werden die Geschäfte meist mit Bargeld abgewickelt – somit können Datenspuren vermieden werden. (20min.ch)

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