Frauen zahlen drauf: Religion öffnet Gehaltsschere

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Effekt laut Studie von 140 Ländern bei allen Weltreligionen zu beobachten

Religion kostet Frauen viel Geld. Eine Studie der University of Colorado Denver http://ucdenver.edu und der University of Minnesota http://umn.edu zeigt, dass die Gehaltsschere der Geschlechter in religiöseren Ländern weiter aufgeht – und das bei allen fünf Weltreligionen und großen Volksreligionen. Auch innerhalb der USA gilt demnach, dass die Gender Pay Gap in säkularen Bundesstaaten geringer ausfällt. Die Autorinnen raten also zu strengeren Maßnahmen, etwa einer gesetzlichen Pflicht zu gleicher Bezahlung bei gleicher Arbeit wie in Island.

Religiosität kostet immer

Die im „Academy of Management Journal“ erscheinende Studie hat Trends in 140 Ländern rund um die Welt erfasst. Dabei hat sich gezeigt, dass Frauen in den religiösesten Ländern nur 46 Prozent des Männereinkommens verdienen. Die Gender Pay Gap fällt also weit größer aus als in den säkularen Ländern, wo Frauen immerhin 75 Prozent verdienen. Im inneramerikanischen Vergleich klafft die Gehaltsschere in den religiösesten US-Bundesstaaten um acht Prozent weiter auf. Größere Gehaltsscheren bei stärkerer Religiosität bestehen bei Buddhismus, Christentum, Hinduismus, Islam und Judentum sowie auch bei großen Volksreligionen.

„Die vorhandene Management-Literatur meint, dass Religion eine ‚wohlwollende und positive Kraft‘ sei, in direktem Widerspruch zu Forschung über das Schnittfeld zwischen Religion und Geschlecht“, betont Studien-Erstautorin Traci Sitzmann. Die aktuellen Ergebnisse belegen einen systematischen Effekt von Religiosität auf Fraueneinkommen. Das hängt wohl damit zusammen, dass Religion meist große Familien wünscht, was die Karrierechancen von Frauen mindert. Auch die religiöse Forderung, dass sich Frauen der Autorität von Männern unterwerfen, dürfte kaum dabei helfen, eine gerechte Bezahlung zu sichern.

Vorbild Island

Darauf warten, dass die Gender Pay Gap von selbst verschwindet, dürfte allenfalls in sehr säkularen Gegenden ausreichen. In wenig religiösen US-Staaten dürfte sie dann innerhalb von 28 Jahren verschwinden. In den religiöseren Staaten allerdings würde es vier Mal so lang dauern. Es wäre den Autorinnen zufolge also wohl sinnvoll, dass Führungskräfte und Politik bewerten, ob gleiche Arbeit auch gleich bezahlt wird. Als Vorbild könnte Island dienen, wo das für Unternehmen ab 25 Mitarbeitern seit 2018 gesetzlich vorgeschrieben ist. Das Land hatte schon davor die geringste Gehaltsschere – und diese hat sich weiter verringert.

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