Geschäftsreisen: Wegfall bedroht Wirtschaft

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Ausbleiben eines Wachstumsmotors würde nationales sowie globales BIP deutlich senken

Geschäftsreisen und das Wachstum bestehender wie auch neuer Industriezweige in einem Land hängen direkt miteinander zusammen, wie eine Analyse des Growth Lab der Harvard University zeigt. Beispielsweise profitieren Österreich und die Schweiz stark von deutschen Geschäftsreisenden, wären von deren dauerhaften Ausbleiben also besonders betroffen. Das BIP könnte dem Team nach allein durch ein dauerhaftes Ausbleiben deutscher Geschäftsreisender um 4,8 Prozent zurückgehen.

Gute Köpfe stechen Information

„Uns hat verwirrt, dass Geschäftsreisen stärker angewachsen sind als das Welt-BIP, trotzt der breiten Akzeptanz von Alternativen wie Skype, FaceTime, E-mail et cetera“, so Growth-Lab-Direktor Ricardo Hausmann. Deshalb vermutete man, dass es einen Unterschied macht, ob Know-how einfach als Information oder durch gute Köpfe auf Reisen weitergegeben wird. Eben diese Annahme scheint von der aktuellen Studie bestätigt, für die das Team anonymisierte Transaktionsdaten von Mastercard genutzt hat, um den globalen Fluss von Geschäftsreisen zu kartografieren.

In Zusammenarbeit mit dem Mastercard Center for Inclusive Growth haben die Harvard-Forscher einen Know-how-Index erstellt, der Länder nach ein- und ausgehendes Know-how reiht. Die wichtigsten Quellen sind demnach Deutschland, Kanada, die USA, Großbritannien und Südkorea. Als größte Profiteure weist der Index Österreich, Irland, die Schweiz, Dänemark und Belgien aus. Besonders diese Know-how-Empfänger, aber auch die Weltwirtschaft allgemein, würde unter einem dauerhaften Ausbleiben von Geschäftsreisen leiden.

Bei Ausbleiben droht fettes Minus

Wenn es dauerhaft keine Geschäftsreisenden aus Deutschland mehr gäbe, würde das Österreich, Südafrika, die Schweiz, Nigeria, Tschechien sowie die Türkei besonders hart treffen, so die Forscher. Das globale BIP würde um 4,82 Prozent sinken. Damit sind deutsche Geschäftsreisende der größte globale Faktor. Insgesamt scheint laut der Studie die Mobilisierung von Know-how durch das Reisen guter Köpfe win wichtiger Wirtschaftsmotor. „Eine dauerhafte Abschaltung dieses Kanals würde vermutlich einen zweistelligen Rückgang des globalen BIP bedeuten“, verdeutlicht Hausmann abschließend.

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