Grippe könnte Ansteckung mit Corona erhöhen

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Mit neuem mathematischen Modell verstärkte Übertragung um das 2,5-Fache nachgewiesen

Die alljährlich wiederkehrende Grippe könnte die Übertragung des Coronavirus mehr als verdoppeln. Zu dem Schluss kommen Forscher des Berliner Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie http://www.mpiib-berlin.mpg.de und des Pariser Institut Pasteur http://pasteur.fr mithilfe mathematischer Modellrechnungen. Sie haben damit die ersten Monate der Corona-Pandemie in Europa untersucht.

Grippeimpfung ratsam

Die Fachleute haben nachgewiesen, dass die Abnahme der COVID-19-Fälle im Frühling 2020 nicht nur mit Gegenmaßnahmen, sondern auch mit dem Ende der Grippesaison zusammenhängt. Grippeerkrankungen haben demnach die Corona-Übertragung im Schnitt um das 2,5-Fache erhöht. Das Ergebnis der Studie legt nahe, dass auch die kommende Grippewelle einen verstärkenden Einfluss auf die Corona-Pandemie haben wird – die Wissenschaftler betonen daher die Bedeutung von Grippeimpfungen, auch als möglichen Schutz vor COVID-19.

Die Forscher haben den Verlauf der Pandemie in Belgien, Norwegen, Italien und Spanien modelliert. Um das Infektionsgeschehen möglichst realistisch abzubilden, flossen in das Modell zum einen Krankheitsparameter ein. Ein Beispiel ist das „Generationsintervall“, also der Zeitraum, nach dem ein Infizierter eine weitere Person ansteckt. Es wurden aber auch nicht-pharmazeutische Gegenmaßnahmen mitberücksichtigt, denn natürlich hatten Ausgangssperren und Social Distancing auch einen Einfluss auf die Pandemie. Hierfür wurde der sogenannte Stringenz-Index genutzt, ein von der Universität Oxford entwickelter Wert, der von Null bis 100 die „Härte“ staatlicher Anti-Corona-Maßnahmen misst.

Einige Fragen unbeantwortet

Offen bleibt laut den Forschern aber, ob Grippekranke mit höherer Wahrscheinlichkeit Corona auf andere übertragen oder ob eine Grippeerkrankung Menschen anfälliger für Corona macht. Letzteres ist aber wahrscheinlicher, denn dass Grippeviren die Anfälligkeit für Corona vergrößern könnten, wurde vor Kurzem auch in Laborstudien nachgewiesen: Die Grippeviren bewirken eine vermehrte Herstellung von Rezeptoren, die das Coronavirus benötigt, um an menschliche Zellen anzudocken. Details wurden auf der Plattform „medRxiv“ publiziert.

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