Ich lebe als Deutscher hier wie die türkischen Menschen

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Migrationsgeschichten Botschaft an die deutschen Medien:Ich lebe als Deutscher hier wie die türkischen Menschen

Yasin Kınay- Yeni Alanya

Jedes Kapitel in der Migrationsgeschichte ist eine persönliche Erzählung, berichtet über ein eigenes Leben, es ist ein persönlicher Spiegel, was in Gedanken bleibt.

Ein gelebtes Leben hinter sich zu lassen und an einem neuen Ort wieder neu zu beginnen, ist anscheinend nicht leicht. Für diejenigen, die dies schaffen, sagt das neue Leben zweifellos ein großes Hallo…

Diese Einwanderungsgeschichte in der Coronavirus Zeit berichtet uns der in der Türkei lebende deutsche Rentner Holger Vorbeck. Es wird in der deutschen Presse ein falsches Bild über das ”Türkische Gesundheitssystem” gezeichnet. Es sind Lügen Geschichten.

Vorbeck war ehemals ein Redakteur bei dem deutschen Medienriesen Axel Springer.

Einige der wichtigsten Zeitungen aus dem Axel Springer Verlag ist die Tageszeitung ”Bild”, die Wochenendzeitung ”Bild am Sonntag” und die Tageszeitung ”Die Welt”. Darüber hinaus ist Axel Springer mit einer Reihe von verschiedenen Tochtergesellschaften auf der ganzen Welt mit visuellen Medienorganisationen, Zeitschriften, digitalen Medien, Internetmedien usw. tätig.

Er hat mehr als 150 Magazine und Zeitungen in mehr als 30 Ländern weltweit und ist der größte Verlag in Europa mit einem Jahreseinkommen von mehr als 1 Milliarde US-Dollar.

Ich möchte mit diesen oben gegebenen Informationen unterstreichen, dass Holger Vorbeck, der auf die „falschen und voreingenommenen“ Nachrichten über die Türkei in den deutschen Medien reagiert, ein Kenner der Berichterstattung der deutschen Medien ist.

Holger Vorbeck sagt: ”Hören Sie auf, falsche Nachrichten über die Türkei zu schreiben. Ich bin auch Journalist. Die Nachrichten sind falsch. Ich lade meine Kollegen ein, die richtigen Nachrichten zu schreiben. Es gibt keine medizinische Unzulänglichkeiten in der Türkei. Die deutschen Medien berichteten, dass die Krankenhäuser in der Türkei überfüllt waren, wo zu dieser Zeit der Nachrichten andere schon Massengräber ausgruben. Es gab Berichte über medizinisches Versagen bei der Behandlung von Cornoavirus Patienten und dass die Krankenhäuser sich nicht um die Patienten kümmern konnten. Im Gegensatz zu all diesen falschen Nachrichten wird in der Türkei jedoch eine sehr gute Gesundheitsversorgung angeboten. Das Ganze wird ganz gut gemanagt. Diese Nachrichten in der deutschen Presse sind illusionär und vollständig rein erfunden”.

Holger Vorbeck lebt heute in seiner bescheidenen Wohnung in der Dimcayı Straße in Alanya. Er entschied sich für sein weiteres Leben  für Alanya, weil es ein schöner Ort für Einwanderer ist. Er hat sich sehr gut an sein neues Leben hier angepasst und sieht glücklich aus. Die Beziehungen zu den umliegenden Ladenbesitzern und Nachbarn sind sehr gut. Wenn er auf die Straße geht, begrüßt er die Leute, jeder in der Nachbarschaft kennt ihn. Er ist jetzt einer von uns Türken geworden.

Er hat Deutschland verlassen und seine deutschen Lebensgewohnheiten völlig zurückgelassen.

In dieser Woche und in dieser Reportage werden wir seine Geschichte aus seinem Mund hören, wie er in die Türkei gekommen ist, und wir werden lesen, was er über sein Leben in Deutschland und sein Leben hier in der Türkei erzählt.

Wir nehmen den Dimcayı Weg zur Küstenstraße und gehen ans Meer. Es  umgibt uns ein sonniges Wetter mit einem lächelnden Hauch von Wind.

Herr Holger fand im ersten Stock eines gepflegten Hauses eine schöne Wohnung. Man sitzt auf dem Balkon und lauscht dem Vogelgezwitscher. Hallo, er verbringt hier eine wunderbare Zeit und ist gut gelaunt. Die Luft am Dimçay Fluss unterscheidet sich sehr von den anderen Wohnorten in Alanya, sowohl im Sommer als auch im Winter. Es gibt einen dynamischen Luftstrom über die imposanten Taurusberge hinweg über das Tal zum Mittelmeer, es ist eine schöne und fruchtbare Meerenge. Die Erfrischung in dem Tal hat Herrn Holgers Energie direkt beeinflusst, und er scheint mit seinem Leben hier sehr zufrieden zu sein.

Kınay: ”Können Sie uns Ihre Geschichte erzählen, wie Sie in die Türkei gekommen sind?

Vorbeck: ”Meine erste Einreise in die Türkei führte mich nach Adana. Die Ehefrau meines Sohnes stammt aus Adana. Hier habe ich meine erste Begegnung mit der türkischen Kultur gehabt. Ich habe die Liebe und den Respekt kennengelernt, die die Jüngeren den Älteren entgegenbringen. Auch die Größe und Geräumigkeit der Häuser/ Wohnungen erregte meine Aufmerksamkeit. Die durchschnittlich kleinen Häuser/ Wohnungen sind mindestens 140 Quadratmeter groß. Die Menschen in Deutschland leben in kleinen Wohnungen von manchmal ca. 25 qm Größe nebeneinander und übereinander.

In 2008 haben wir uns entschlossen, in die Türkei umzuziehen. Meine Frau wollte zuerst nicht umziehen, weil es hier für sie zu heiß war. Ich habe auch mit dem Sohn gesprochen, bevor ich umgezogen bin. Zu dieser Zeit wohnte ich in Wiesbaden, 5 Stunden Flugzeit von ihm entfernt. Der Umzug in die Türkei ist einfach. Im Umkreis von vielen Ländern liegt die Türkei circa 3-5 Stunden entfernt und es gibt keine bessere Lage zum Leben. Aus dem Grunde kauften wir die Wohnung und zogen nach Alanya um. Das Leben hier ist sehr angenehm. Es gibt nicht so viele Auflagen Vorschriften wie in Deutschland. Wir müssen das Aufenthaltsdokument nur alle zwei Jahre erneuern. Die Menschen hier sind sehr freundlich und haben keine Feindseligkeit gegenüber Ausländern.”

Kınay: ”Können Sie uns den Unterschied zwischen Ihrem Leben in Deutschland und in Alanya erzählen? Wie fühlt es sich an, hier zu sein?”

Vorbeck: ”Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass ich mich persönlich hier in meinem Leben frei fühle. Ich könnte mit meinem Renteneinkommen in Deutschland nicht so leben wie in der Türkei  Das Leben in Deutschland ist für ältere Menschen sehr schwierig geworden. Ich fühle mich wie ein Mensch hier. Ich bin definitiv freier in dem Wissen, wann und was ich hier tun kann. Das Leben hier ist einfacher und unkomplizierter als das Leben in Deutschland.

Ein Beispiel: Vor kurzem bin ich in die Zahnklinik des staatlichen Krankenhauses gegangen, um meine Zähne behandeln zu lassen. Nachdem meine Behandlung abgeschlossen war, wurde mir gleich mein nächster Termin gegeben. Wegen eventueller Schmerzen wurde mir ein Schmerzmittel verschrieben. Schließlich gaben sie mir ein kleines Stück Papier. „Was ist das?“, fragte ich. Sie sagten: ”dein Rezept”. Dann ging ich mit diesem Papier in die Apotheke und bekam meine Medikamente. Es ist einfach und überhaupt nicht anstrengend. Das türkische Gesundheitssystem ist auf diese Weise erfolgreich. Viele Dinge hier machen das Leben leichter. Ich möchte ein weiteres hoch interessantes Beispiel nennen: Als ich die Wohnung in Alanya kaufte, gab es hier keine Straße. Ich fragte die Person, die uns geholfen hat, das Haus zu erwerben, ob es in Zukunft eine Straße geben wird. Er sagte ja. Als ich fragte, wer die Straße bauen würde, erfuhr ich, dass die Gemeinde es tun würde.

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Wissen Sie? Es ist nicht möglich, so etwas in Deutschland zu finden. Sie nehmen dort 85-90%  der Gesamtkosten dieser Straße von den Eigentümern, die an dieser Straße wohnen. Darüber hinaus gibt es Standardsteuern, die jeder in Deutschland zahlen muss. Wenn Sie eine Privatadresse haben, nutzen Sie einen Fernseher, für die Nutzung ist eine Gebühr zu zahlen, zum Beispiel …Sie zahlen Steuern auf Katzenfutter, auch für Hundefutter zahlen Sie Steuern…

In der Tat wird Ihnen gesagt, dass die Garage an Ihrem Hauses angestrichen werden muss, Sie schreiben Ihnen auch die genaue Farbe vor, z. B. schwarz oder anthrazit. Ich denke, es ist die gleiche Farbe, aber Vorschrift ist Vorschrift.  Ich meine, Sie wenden viel Kraft auf in allem, was Sie in Deutschland tun. Hier in der Türkei herrscht ein Gefühl der Erleichterung. Auch das Leben ist hier nicht so teuer wie in Deutschland. Zum Beispiel kaufe ich hier alles auf dem Basar ein. Es gibt viele Gemüse- und Obstsorten und alles ist sehr frisch. Aus diesem Grund können Sie gut und gesund essen. Die Esskultur ist auch sehr vielseitig, es gibt viele verschiedene Geschmacksrichtungen und Aromen.”

 Kınay: ”Sie haben bisher in vielen verschiedenen Ländern gelebt. Wie sehen Sie Alanya als jemand, der so viele Teile der Welt gesehen hat?”

Vorbeck: ”Alanya hat ihre Grundwirtschaft auf Tourismus aufgebaut, eine sehr schöne Stadt. Es hat ihre historische und natürliche Schönheit. Es hat sich jedoch in einer Zeit wie der Pandemie, den wir jetzt durchleben, gezeigt, dass große Störungen im Tourismus entstehen. Es ist notwendig, die Wirtschaft neben dem Tourismus zu diversifizieren, ohne mehr Hotels zu machen. Die Frage der Landwirtschaft ist wichtig für die Region. Ich denke, die Zukunft der Türkei ist sehr rosig. Sie sehen, es gibt Angriffe von Fremdwährungen auf die Türkische Lira, während die Türkei auf dem 15. Platz der 20 größten Volkswirtschaften der Welt steht.”

 Kınay: ”Sie waren während der Pandemiezeit in Alanya, oben haben Sie Beispiele für das türkische Gesundheitssystem gegeben. Was möchten Sie uns über das deutsche und das türkische Gesundheitssystem  sagen?”

Vorbeck: ”Ich schreibe eigentlich ein bisschen darüber in den sozialen Medien … Zuerst: Es gibt  einen strukturellen Unterschied im System zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Türkei. In der Bundesrepublik Deutschland gibt es 16 verschiedene Bundesländer. Die gesundheitsbezogenen Entscheidungen liegen im Ermessen dieser Bundesländer. Somit liegt es nicht direkt in der Verantwortung der Bundesregierung. Alle gingen in dieser Zeit getrennte Wege und dies verursachte eine Menge Chaos. Das Gesundheitssystem wird in der Türkei zentral verwaltet, und dieser Prozess wurde in der gesamten Türkei sehr schnell und gut gehandhabt. Es war sehr sauber, es wusste, was zu tun war und traf schnell die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen. Es wurde schnell in den Prozess eingegriffen. Zum Beispiel begann die Türkei sofort, Masken herzustellen. Unmittelbar danach produzierte sie in kürzester Zeit eine Sauerstoffmaschine. In Deutschland wurde derweil darüber gesprochen, ob jeder Masken tragen solle oder nicht, aber keiner wusste, wo man die Masken bekommen konnte. Die Masken gab es zu dieser Zeit schon längst bereits in der Türkei.

Die Anzahl der Intensivbetten pro 100.00 Einwohner lag hier zwischen 46-48%, verglichen mit 26-29% in Deutschland. Die Türkei war bereit für die Bekämpfung des Coronavirus. Die Ausbildung der Ärzte und des medizinischen Personals hier ist wirklich gut und hat schnell in allen Dimensionen interveniert.”

Kınay: ”Während der Pandemie haben Sie persönlich auf die deutsche Presse und die Medienberichte über die Türkei im Ausland reagiert, und diese Reaktion wurde in den Medien dokumentiert. Wie bewerten Sie die Sicht der europäischen und deutschen Presse über die Türkei?”

Vorbeck: ”Hier wird nicht die Wahrheit gesagt, dafür gibt es verschiedene Gründe, vor allem politische Gründe. Es gibt Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Türkei, die deutsche Politik tut, was die Vereinigten Staaten verlangen, egal was auch immer passiert”.

Kınay: ”Was sollte der türkische Tourismusverband Ihrer Meinung nach tun, um in der europäischen Presse und in der Welt eine bessere Klarstellung zu bekommen?”

Vorbeck: ”Es ist sinnlos, Tourismuswerbung über Verlagsinstitutionen zu tätigen. Ich denke, dass es notwendig ist, sich stattdessen direkt an Journalisten zu wenden. Diese schreiben die Nachrichten und erreichen damit die Leute. Dabei können Journalisten aus Deutschland schnell in die Türkei eingeladen werden. Sobald die Flüge beginnen, müssen die Journalisten kommen sehen.Sie sind es, die die Nachrichten schreiben. Ich würde sofort die Journalisten einladen, die über Reisen in die Türkei schreiben können.“

Kınay: „Sie haben viele Erkenntnisse über die deutschen Medien ausgesprochen, also was sollte getan werden, um die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei zu verbessern?“

Vorbeck: „Das Hauptproblem ist, dass die deutsche Politik zu viele anti-türkisch denkende Menschen hat. Viele Beziehungen zur Türkei sind nicht gut. In der deutschen Bevölkerung sind viele stark positioniert, die die Türkei nicht mögen. Ein weiteres Problem ist, dass einige deutsche Politiker keine Ahnung von der Türkei haben. Sie bemühen sich nicht, dieses Wissen zu erreichen, obwohl es die Politiker wissen sollten.“

Kınay: „Was möchten Sie abschließend unseren Lesern sagen?”

Vorbeck: „Wir sollten die negativen Nachrichten in den deutschen Medien nicht sehr ernst nehmen.

Viele Menschen haben nicht die richtigen Informationen über die Türkei. Sie sind falsch informiert.”

Kınay: ”Vielen Dank für Ihre Gastfreundschaft gegenüber dem türkischen Volk.”

Vorbeck: ” Ich bin so glücklich, mein Leben hier verbringen zu können. Vielen Dank an alle.”

Wir danken Herrn Holger dafür, dass er uns in seinem Hause willkommen geheißen und seine Gedanken mit uns geteilt hat. Wir sehen uns bei der nächsten „Migrationsgeschichte“.

Der pensionierte deutsche Journalist Holger Vorbeck beantwortete die Fragen von Yasin Kınay. Holger sagt, dass er sehr glücklich ist in Alanya (Yasin Kınay).

Ins Deutsche übersetzt von Berkan Uluşal

https://www.yenialanya.com/roportaj/4831435/goc-hikayeleri-alman-medyasina-mesaj-turkiyede-insan-gibi-yasiyorum

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