Indirekte Folgen von COVID-19 unterschätzt

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Depressionen und Angstzustände sind laut australischer Studio doppelt so häufig anzutreffen

COVID-19 führt laut der Australian National University http://anu.edu.au auch bei Menschen zu einer schweren psychischen Belastung, die von der Krankheit gar nicht direkt betroffen sind. Die erste derartige australische Umfrage hat ergeben, dass Menschen in Ländern mit geringen Infektionszahlen und Todesfällen immer noch doppelt so häufig an Depressionen und Angstzuständen leiden. Diese Folgen sind oft auf finanzielle Belastungen und Unterbrechungen des Soziallebens zurückzuführen.

Psychische Verletzbarkeit

Laut Forschungsleiterin Amy Dawel ist bereits bekannt, dass Menschen, die erkranken bzw. ins Krankenhaus eingeliefert werden sowie deren Pfleger stärker betroffen sind. „Die Auswirkungen von COVID-19 auf die breitere Bevölkerung in relativ weniger betroffenen Ländern werden jedoch wahrscheinlich erheblich sein. Unsere Daten zeigen, dass die Nebenprodukte von COVID-19 die Bevölkerungen weitgehend beeinträchtigen. Es besteht Anlass zur Sorge, dass in Ländern mit strengen Restriktionen, die die schlimmsten Auswirkungen des Virus zu umgehen scheinen, die indirekten Auswirkungen der Pandemie übersehen werden.“

Das Team hat im März dieses Jahres fast 1.3000 australische Erwachsene befragt. Damals waren die ersten Restriktionen bereits in Kraft getreten. Die Behörden hatten die internationalen Grenzen sowie Bars und Restaurants geschlossen. Die sozialen Kontakte wurden ebenfalls eingeschränkt. Die Studienteilnehmer waren für die Bevölkerung repräsentativ. Es nahmen die gleiche Anzahl von Frauen und Männern sowie Personen aus allen Altersgruppen teil.

Finanzielle Nöte als Problem

Um eine Verzerrung der Ergebnisse zu verhindern, wussten die Teilnehmer vorab nichts über die Ziele der Studie. Stattdessen wurde die Umfrage in Panels zur Marktforschung integriert. Während der Rekrutierung für die Studie wurde weder COVID-19 noch die psychische Gesundheit erwähnt. Da die Umfrage in der Frühphase der Pandemie durchgeführt wurde, gaben nur 36 Teilnehmer an, dass sie eine entsprechende Diagnose erhalten oder engen Kontakt mit einer erkrankten Person hatten. Zusätzlich waren erst bei wenigen Personen Tests durchgeführt worden. Das Gleiche galt bei der Anzahl derer, die sich selbst in Isolation begeben hatten oder jemanden kannten, der über eine dieser Erfahrungen verfügte.

Überraschend war, dass Personen mit Kontakt zu COVID-19-Patienten keinen Zusammenhang mit Auswirkungen auf die psychische Gesundheit aufwiesen. Im Gegensatz dazu standen finanzielle Notlagen und Unterbrechungen bei der Arbeit sowie sozialen Aktivitäten deutlich mit Symptomen von Depressionen und Angstzuständen sowie einem geringeren psychischen Wohlbefinden in Verbindung. Das Arbeiten von Zuhause aus stand nicht mit negativen Auswirkungen in Zusammenhang. Psychische Probleme waren bei jüngeren Menschen häufiger, die weiblich waren oder angaben, bereits an einer psychischen Erkrankung gelitten zu haben. Details wurden in „Frontiers in Psychiatry“ veröffentlicht.

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