Mehr neue Depressionen trotz Lockdown-Ende

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Studie der Donau-Universität Krems sehen für Österreich Stress und Einsamkeit als Ursachen

Das Ende des Lockdowns hat die Fallzahl von Depressionen in Österreich nicht gesenkt – ganz im Gegenteil. Denn laut einer heute, Freitag, veröffentlichten Studie der Donau-Universität Krems http://donau-uni.ac.at haben rund neun Prozent der von den Forschern Befragten erst nach der Lockerung der Corona-Maßnahmen, wie Ausgangsbeschränkungen, eine neue Depressionen entwickelt. Stress gepaart mit Einsamkeit spielen dabei eine zentrale Rolle, so die Wissenschaftler.

„Besorgniserregende“ Lage

„Unsere Ergebnisse legen nahe, dass auch nach Ende des Lockdowns schnell verfügbare psychotherapeutische Angebote nötig sind. Besorgniserregend ist, dass mehr neue depressive Fälle als Remissionen zu beobachten waren. Dies kann sowohl für verzögerte Folgen des Lockdowns als auch für Einflussfaktoren unabhängig vom Lockdown, zum Beispiel Infektionsangst, sprechen“, so Studienleiter Thomas Probst.

Während des COVID-19-Lockdowns war die depressive Symptomatik der österreichischen Bevölkerung wesentlich höher als in früheren Studien vor der Pandemie. Von den über 1.000 Teilnehmern, die während des Lockdowns Auskunft über ihre psychische Gesundheit gegeben haben, nahmen 445 Personen an einer zweiten Befragung von 11. bis 22. Juni 2020, mehrere Wochen nach Beginn der Lockerungen, teil.

Steigende Depressionswerte

Die wissenschaftliche Auswertung der Juni-Befragung zeigt eine weiterhin bestehende depressive Belastung vieler Österreicher auch nach Ende des Lockdowns. Die aktuellen Ergebnisse der im „Journal of Affective Disorders“ veröffentlichten Studie zeigen, dass von den 445 Teilnehmern 18,2 Prozent erhöhte Depressionswerte im Lockdown und 22,2 Prozent nach dem Lockdown hatten. Auch die Zahl neuer Depressionen nach dem Lockdown fällt fast doppelt so hoch aus wie der Rückgang im Lockdown bestehender Depressionen war.

Von den 445 Studienteilnehmern lagen 4,7 Prozent während des Lockdowns über dem Schwellenwert für Depression und erholten sich nach dem Lockdown wieder. Dafür waren nun 8,8 Prozent der 445 Personen über den Schwellenwert für Depression, die während des Lockdowns noch unter dem Schwellenwert lagen. Besonders betroffen von erhöhter depressiver Symptomatik nach dem Lockdown waren jene, die im Lockdown erhöhtes Stresserleben in Kombination mit verstärkter Einsamkeit durchlebt hatten.

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