Michel Fornasier als Bionicman – Ein Superheld auf Augenhöhe

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Interview: Eveline Lehmann

Michel Fornasier hat – anstelle der rechten Hand – eine hochmoderne bionische Handprothese. Er ist Autor der abenteuerlichen Bionicman-Comic-Reihe, die Kindern Mut im Umgang mit Ausgrenzung und Mobbing macht. Superheld Bionicman setzt auf Dialog, Respekt, Akzeptanz und Menschlichkeit. Er baut Brücken zwischen Menschen mit und ohne Beeinträchtigung. Michel Fornasier lebt beispielhaft vor, wie aus einer vermeintlichen Schwäche eine Stärke werden kann. Er ist Gründer der Stiftung «Give CHILDREN a Hand», welche sich für innovative Handprothesen für betroffene Kinder einsetzt.

Du bist in einem liebevollen familiären Umfeld aufgewachsen und pflegst eine intakte Beziehung zu deinen Eltern. Welche Faktoren haben deine mentalen Stärken besonders gefördert?

Michel Fornasier: Hatte eine glückliche Kindheit und bin behütet aufgewachsen. Stets behandelten mich meine Eltern wie mein jüngerer – zweihändiger – Bruder. Dadurch habe ich früh gespürt, dass alle Menschen gleich besonders sind. Empathie für Menschen und Tiere gaben mir meine Eltern mit auf den Weg. So gehe ich gerne auf Mitmenschen zu und interessiere mich für ihr Ergehen. Das Wohl beeinträchtigter Kinder liegt mir besonders am Herzen.

Wie ist die Idee zu der Heldenfigur Bionicman entstanden?

Michel Fornasier: Die Mutter eines Jungen, der seine Hand durch einen Unfall verlor und in der Schule gemobbt wurde, schrieb mir einen Brief. Die Geschichte berührte mich so sehr, dass ich den Jungen unterstützen und mittels «Schutzschild» beistehen wollte. Zusammen mit einem langjährigen Freund riefen wir Bionicman ins Leben; einen Superhelden mit auch nur einer Hand. Mir ist es ein grosses Anliegen, die Kinder auf spielerische Art für Mobbingprävention zu sensibilisieren und aufzuzeigen, was verletzende Worte bewirken können. Auch die Frage der Kinder, ob meine bionische Roboterhand über Superkräfte verfüge, war entscheidend für die Entstehung von Bionicman.

Du besuchst Schulklassen im Bionicman-Kostüm, setzt dich für Mobbingprävention ein und gewährst Einblicke in dein Lebenswerk. Wie lautet deine Botschaft und was möchtest du mit deinem unermüdlichen Engagement bewirken?

«RISE & BE NICE», zu Deutsch «Erhebe dich und sei nett/freundlich». Unser Ziel ist es, dass Kinder bereits in der Unterstufe erkennen: «Es gibt unterschiedliche Menschen – wie es verschiedene Blumen gibt und erst die Vielfalt macht einen Blumenstrauss bunt und schön». Frei nach dem Motto «Together we can make a difference», möchten wir unseren Teil dazu beitragen, dass Diversität und Inklusion in der Gesellschaft zur Normalität wird.

Welche Entwicklungsschritte nimmst du wahr? Stellst du Unterschiede im Vergleich zu deiner Kindheit fest?

Michel Fornasier: Erfreulicherweise beobachte ich eine sehr positive Entwicklung. Ein guter Freund, welche seit seiner Kindheit gelähmt ist, meinte neulich, dass im Bereich Öffentlicher Verkehr und Gastronomie für Menschen im Rollstuhl grosse Anstrengungen unternommen wurden, um den Zugang mobiler zu gestalten. Auch Sehbeeinträchtigten wird die Orientierung an Bahnhöfen und Bushaltestellen mittels Signalisation und Beschriftung erheblich erleichtert. Gleichzeitig stelle ich auf individueller Ebene eine wachsende Hilfsbereitschaft fest.

Erinnerst du dich an einen besonders berührenden Moment als Bionicman?

Michel Fornasier: Neulich erzählte mir ein 9-jähriges Mädchen, dass sie in Bionicman’s Comic Abenteuer ihren Rollstuhl komplett vergesse und wie ihr Superheld fliegen könne.

Was kannst du uns über den neuestes Band verraten?

Der Titel des 4. Comicbuches lautet: «The Bionics – Superhelden wie DU». Nebst Bionica und Bionicman stösst ein dreibeiniger Hund – Bioc die Superpfote – zum Team. Der neue Freund trägt eine bionische Beinprothese, welche ihn fliegen lässt und Superkräfte verleiht. Zudem erwarten euch viele weitere Figuren und Überraschungen. Mehr Infos unter: www.bionicman.ch

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