Neue Lunge: Antimykotika halbieren Mortalität

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Neue Studie belegt erstmals Wirksamkeit der vorbeugenden Einnahme bei Transplantationen

Die vorbeugende Verabreichung antimykotischer Medikamente halbiert laut einer Studie der Mayo Clinic http://mayoclinic.org die Sterblichkeit im ersten Jahr nach einer Lungentransplantation. Die Forscher haben die Daten von 667 Patienten ausgewertet, bei denen zwischen 2005 und 2018 ein solcher Eingriff durchgeführt wurde. Die retrospektive Studie ist die bisher größte, die die Wirksamkeit dieses Ansatzes bei Patienten analysiert, die besonders anfällig für invasive Pilzinfektionen sind. Diese Infektionen stehen mit einer fast dreifachen Erhöhung der Sterblichkeit in Zusammenhang.

160 Mio. Krankenakten analysiert

Die Forscher haben Daten des OptumLabs Data Warehouse genutzt. Darin sind 160 Mio. Krankenakten enthalten. Analysiert wurden die Daten erwachsener Patienten, bei denen ein einzelner oder beide Lungenlappen transplantiert oder eine Herz-Lungentransplantation durchgeführt wurde. Mit 385 der 667 Patienten erhielten 57,8 Prozent vorbeugend Antimykotika. Bei 282 Patienten oder 42,3 Prozent wurde eine derartige Behandlung nicht durchgeführt. 65 Patienten starben während der Studie. Die Gesamtmortalität war bei den mit antimykotischen Medikamenten behandelten Patienten deutlich geringer.

Laut Erstautorin Kelly Pennington werden bei dieser Patientengruppe immer häufiger Antimykotika vorbeugend verabreicht. Die Wirksamkeit wurde jedoch noch nicht festgestellt. „Das ist die erste Studie, die eine positive Auswirkung auf die Sterblichkeit nachweist. Wir wissen noch immer nicht, welche Patienten von diesen Medikamenten am meisten profitieren. Es gibt auch noch weitere offene Fragen, die weiter erforscht werden müssen.“

Bisher doppelt so viele Sterbefälle

2019 ergab eine Studie der Mayo Clinic, dass 90 Prozent der Transplantationszentren in den USA nach einer Lungentransplantation routinemäßig Antimykotika verschreiben. Bisher gibt es jedoch keine prospektiven Studien, die die Vorteile dieser Medikamentierung belegt haben. Laut Pennington ist das Sterberisiko innerhalb des ersten Jahres nach der Transplantation bei Patienten ohne Antimykotika in etwa doppelt so hoch. Itraconazol und Voriconazol waren die beiden Medikamente, die am häufigsten verschrieben wurden.

Patienten, die Antimykotika erhielten, litten seltener unter Pilzinfektionen als jene, die sie nicht erhalten hatten. Dieser Unterschied war jedoch nicht statistisch signifikant. Der langanhaltende Einsatz von Antimykotika kann negative Folgen für die Gesundheit wie Kardiomyopathie, Hautkrebs und eine Dysfunktion der Leber haben. Dazu kommt, dass die Medikamente teuer sind und es zu Wechselwirkungen mit anderen Präparaten kommen kann. Die Ergebnisse wurden in den „Annals of the American Thoracic Society“ veröffentlicht.

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