Pharma: Frauen im Vorstand begünstigen Rückrufe

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Potenziell gefährliche Arzneimittel kommen laut neuer Erhebung schneller vom Markt

Desto mehr Frauen es im Vorstand gibt, desto schneller rufen Pharmaunternehmen potenziell gefährliche Produkte zurück. Das hat eine Studie unter Leitung der University of Notre Dame http://nd.edu ergeben. Gerade in relativ kritischen Fällen reicht demnach allerdings eine einzelne Alibi-Frau in der Unternehmensführung noch nicht, damit sich ein Pharmakonzern schneller bewegt. Mehr Frauen an der Spitze bedeuten zudem, dass die Unternehmen eher auch bei kleineren Problemen einen Rückruf starten, statt nur an den Profit zu denken.

In kritischen Fällen schneller

In den USA werden jedes Jahr um die 4.500 von der Food and Drug Administration (FDA) http://www.fda.gov genehmigte Arzneimittel und medizinische Geräte zurückgerufen. Ein schneller Rückruf kann bei groben Problemen Leben retten. Doch angesichts drohender negativer PR und möglicher Auswirkungen auf den Aktienkurs, zieren sich Unternehmen vor einem aus ihrer Sicht womöglich überhasteten Rückruf. Das Rezept gegen solche Zögerlichkeit ist laut der aktuellen Studie, die 3.271 Rückrufe aus den Jahren 2002 bis 2013 und 92 betroffene börsenotierte Unternehmen erfasst hat, mehr Frauen in der Unternehmensführung zu haben.

„Ein weiblicher Vorstand reicht nicht, um Unternehmen zu schnelleren Rückrufen bei schweren Problemen zu treiben“, warnt zwar Studienleiterin Kaitlin Wowak. Doch mit zwei Frauen im Vorstand kommt Bewegung in kritische Produktrückrufe, bei dreien gehen dies noch schneller. Im Schnitt rufen Pharmaunternehmen mit Frauen im Vorstand Produkte mit schwerwiegenden Problemen 28 Tage und damit gut ein Drittel früher zurück als jene mit reiner Männer-Chefetage. Mehr Frauen in Führungspositionen können hier also ganz wörtlich Leben retten.

Insgesamt verantwortungsvoller

Bei kleineren Produktproblemen, die Regulatoren wie der FDA womöglich verschwiegen werden könnten, führen Frauen im Vorstand zu insgesamt größerer Vorsicht. Schon eine Frau macht hier einen Unterschied, so Wowak. „Die Zahl der bekannt gegebenen weniger schwerwiegenden Rückrufe steigt mit jedem weiteren weiblichen Vorstand.“ Im Schnitt kommen Pharmaunternehmen mit Frauen im Vorstand so auf beachtliche 120 Prozent mehr minderkritische Rückrufe als jene, deren Führung fest in Männerhand ist. Wowak mahnt daher alle Pharma-Vorstände, schneller zu reagieren, wenn Produkte Kunden oder andere Stakeholder schaden oder gar töten könnten.

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