Unsere ständigen Begleiter: Hausstaubmilben

0

-Sauberkeit & Hygiene

Von Brita Tüsfeld

Hausstaubmilben sind mikroskopisch klein, also mit dem blossen Auge nicht zu sehen. Obwohl wir sie im Alltag überhaupt nicht bemerken, leben sie quasi mit uns zusammen. Das ist grundsätzlich gut so, denn Milben haben eine wichtige Aufgabe: Sie entsorgen all die vielen Hautschuppen, die wir ständig verlieren. Dementsprechend findet man besonders viele Milben dort, wo wir uns lange aufhalten und bewegen.

Sie besiedeln Betten, Teppiche, Polstermöbel und sogar unsere Kleidung. Ursprünglich bewohnten Milben Vogelnester, da sie es windgeschützt und warm mögen. „Sobald die Menschen ihr ‚Nest‘, beziehungsweise ihre Höhle bezogen hatten, haben sie sich die Milben domestiziert“, so Dr. Jörg-Thomas Franz, Milbenforscher an der Universität Paderborn.

Wir sind ihre Nahrung

Nur 0,1 bis 0,5 mm groß und federleicht sind sie. Lediglich 16 Mikrogramm Gewicht, also 16 Millionstel Gramm, bringen Hausstaubmilben auf die Waage. Milbenforscher Dr. Franz hat berechnet, dass ca. 62.500 lebende Milben ein Gramm wiegen. Sie ernähren sich von unseren Hautschuppen, davon verlieren wir am Tag bis zu 1,5 Gramm. Diese Menge reicht aus, um 1,5 Millionen Milben einen Tag lang zu ernähren.

Hausstaubmilben lieben eine Luftfeuchtigkeit von 65 bis 80 Prozent und Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad. Mit ihren Saugfüssen halten sie sich an Textilien und Langflor-Teppichen fest. So fest, dass sie sogar das Staubsaugen überstehen können. Hausstaubmilben vermehren sich hauptsächlich zwischen Mai und Oktober, weibliche Milben legen dann bis zu 300 Eier in ihrem zwei bis vier Monate dauernden Leben. In dieser Zeit produzieren Männchen und Weibchen jeweils das 200-Fache ihres Körpergewichts an Kot.

Ab Oktober leiden Allergiker besonders

Auch wenn Milben zu unserem Leben dazugehören und eine wichtige Aufgabe erfüllen, können sie bei manchen Menschen Allergien auslösen. Dabei ist es nicht die Milbe selbst, die die Reaktion verursacht, sondern ihre Eier und Hinterlassenschaften. Sobald der Kot getrocknet ist, zerfällt er in feinste Staubpartikelchen, die in unserer Atemluft herumfliegen. Allergiker reagieren auf bestimmte Eiweisse im Milbenkot. Besonders ab Oktober, wenn wieder geheizt und die Luft trockener wird, beginnt die Leidenszeit der Milbenallergiker.

Durch die reduzierte Luftfeuchtigkeit sterben viele Milben ab und werden ebenfalls zu kleinen Staubteilchen. Neben dem Kot, der sowieso schon da ist, wird der Staub nun mit zerfallenen Milben angereichert. Dieses Staubgemisch wirbeln wir täglich auf, z. B. beim Umdrehen im Bett. Dabei atmen wir viele kleine Teilchen ein, was nicht nur zu einer allergischen Reaktion führen kann, sondern unbehandelt zu einer asthmatischen Erkrankung. Forscher der Universität Hannover haben zudem herausgefunden, dass Hausstaubmilben ein Auslöser für Neurodermitis sein können.

Wie bekommt man das Problem in den Griff?

Die bevorzugten Plätze der Hausstaubmilbe sind warm und voller Hautschuppen. Ganz wichtig ist daher zu allererst das gründliche Lüften. Das gilt für alle Räume, in denen Textilien und Polster sind und in denen wir uns häufig aufhalten. Dazu gehört vor allem unser Schlafzimmer, besser gesagt unser Bett, besonders die Matratze. Aber auch in der Bettwäsche befindet sich Milbenkot. Diesen kann man durch regelmässiges Waschen – mindestens einmal pro Woche – grösstenteils entfernen. Wenn die Matratze mit einem Schonbezug versehen ist, sollte dieser in regelmässigen Abständen in die chemische Reinigung gegeben werden.

Doch wie reinigt man eine Matratze? Sowohl die Milben als auch ihre Hinterlassenschaften dringen in die Matratze ein, sodass die Reinigung des Bezugs, falls vorhanden, nur oberflächlich ist und alleine nicht ausreicht. Die Matratze selbst zu reinigen, kann man entweder einem professionellen Dienstleister überlassen oder mit einem Staubsauger selbst übernehmen. Die meisten Staubsauger bringen jedoch nicht die Saugleistung, um das Problem komplett zu lösen. Oft wird der Staub, der eingesaugt wurde, direkt hinten wieder aus dem Gerät abgegeben. Das passiert besonders dann, wenn Staubsaugerbeutel nicht häufig genug gewechselt werden.

Spezielle Allround-Sauger verfügen sowohl über die Leistung als auch über die Ausstattung, um Milben und Milbenkot effektiv aus Matratzen, Teppichen und Polstern zu entfernen. Sie pusten Teile des Staubs auch nicht, wie normale Haushaltssauger, hinten wieder heraus, sondern binden den Schmutz in speziellen (Wasser-)filtern. Auch wenn durch die Behandlung mit einem Spezialsauger ebenfalls nicht 100 % der Partikel vollständig verschwinden, so wird die Belastung durch Milben und Milbenkot doch merklich gesenkt. Für Allergiker bedeutet das eine deutliche Erleichterung und auch für Nicht-Allergiker wird die Schlafhygiene durch eine gründliche Matratzenreinigung spürbar verbessert.

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here