„Wir brauchen die Natur, aber die Natur braucht uns nicht.“

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Interview mit der Schauspielerin Meryem Uzerli: 

Cemil Baysal / Beat Kraushaar

Meryem Uzerli, eine deutsch-türkische Schauspielerin. Sie spielt im Spielfilm „Kovan“ eine Hauptrolle. Es geht darum wie eine Bienenzüchterin gegen die Umweltzerstörung kämpft. Im Gespräch mit dem Kulturmagazin „NAZAR“ sagt Uzerli, dass sie selber kein Fleisch mehr isst und Organisationen unterstützt, die für die Umwelt kämpfen. 

Das Drehbuch des Kovan-Film hat die Umweltzerstörung zum Thema. Was bedeutet es für Sie, in einem solchen Film mit zu spielen?

Es bedeutet mir viel. Es ist ein gutes Gefühl, bei einem Film dabei zu sein, dass wichtige Fragen zur Umwelt stellt. Warum haben wir uns so weit von der Natur entfernt? Es ist doch so, dass je mehr wir uns von der Natur entfernen, desto mehr entfernen wir uns von uns selbst. Jetzt ist die Zeit für uns, schnell zu verstehen und zu handeln. Wir brauchen die Natur, aber die Natur braucht uns nicht.

Was tun Sie als Mutter, um die Umwelt zu schützen ?

Ich denke, wir sind jetzt alle sensibler, wir müssen es auch sein. Es gibt nur eine Welt und ja, was die Kinder betrifft, will ich, dass Sie auch dann noch in einer lebenswerten Welt zuhause sind, nachdem wir von dieser Welt abgewandert sind. Was ich persönlich tue; Ich habe kein Auto und miete es nur bei Bedarf. Ich trenne den Müll und achte auf den Energieverbrauch.  Dazu habe ich aufgehört Fleisch zu essen und unterstütze finanziell Nichtregierungsorganisationen, die für die Natur kämpfen, wie Greenpeace.

Eine der grünsten Gegenden der Türkei ist das türkische Artvin am Schwarzen Meer. Wie hat es sich angefühlt dort zu drehen?

Es ist eine der schönsten, wunderbarsten und friedlichsten Orte, die ich je gesehen habe. Ich wollte nicht gehen, als die Dreharbeiten vorbei waren. Mensch und Natur leben dort in Harmonie. Ich bin dankbar, dass ich dort sein konnte und das erleben.

Sie sind in Deutschland geboren und aufgewachsen. Ihr Vater ist Türke Vater und sie waren für Dreharbeiten schon mehrmals länger in der Türkei. Was bedeutet das Land für Sie?

Das Gefühl nach Hause zu kommen. Ich habe mich nicht als Ausländerin  in der Türkei gefühlt, ich habe das Gefühl, dass ich emotional sehr von der Türkei beeinflusst bin. Ich war nicht nur dort, um zu arbeiten, sondern auch um zu leben. Und ich hoffe, ich habe die Gelegenheit, wieder mehr Zeit in der Türkei zu verbringen.

Welche sind Ihre beliebtesten Städte oder Regionen der Türkei, und warum?

Zum Beispiel ist Büyükada ein sehr schöner und unvergesslicher Ort für mich. Seit ich klein war, haben wir jedes Jahr 1 bis 3 Wochen Urlaub auf der Insel gemacht. Es ist ein Ort, den ich sehr interessant und anders finde. Istanbul ist das gleiche für mich. Mein Vater ist dort geboren und aufgewachsen. Eine der unglaublichsten und magischsten Städte der Welt. Nach dem ‚Kovan‘-Dreharbeiten gehört auch Macahel am Schwarzes Meer zu meinen Favoriten. Ich möchte auch noch nach Kappadokien reisen. Ich glaube die Türkei gehört zu den Ländern, die weltweit mit einer schönsten Natur gesegnet ist.

Wo würdest du am liebsten in der Türkei leben?

Ich habe immer in Istanbul gewohnt, wenn Ich in die Türkei kam. Ich würde daher am ehesten in der Stadt am Bosporus leben wollen.

Was ist Ihrer Meinung nach die wichtigste Motivation für das Leben?

Da gibt es viele Dinge. Aber ein eigenes Kind zu haben, gehört ganz zuvorderst dazu.

Wen Sie ein Zauberstab hätten, was für eine Welt möchten Sie Ihren Kindern hinterlassen?

Ich möchte eine unberührte Natur hinterlassen, aber auch eine gute und geschützte Welt, in der man frei atmen kann. Ich möchte in einer Welt leben, in dem es eine Lösung für Krankheiten und keinen Krieg gibt. Eine Welt die respektvoll mit Menschen, Tieren und der Natur umgeht und jede und jeder die gleichen Rechte hat.

Wie erleben Sie die Covid-Pandemie?

Ich verbringe viel Zeit zu Hause mit meiner Tochter. Ich organisiere viel vom Home-Office aus und wir treffen uns im Moment vor allem mit uns sehr nahe stehenden Menschen. Wir verbringen diese Zeit auch, indem wir für bessere Zeiten beten und von einer Zukunft ohne Virus träumen.

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