🗳️ Liegenschaftssteuern am 28. September: Schweiz stimmt über Abschaffung des Eigenmietwert-Systems ab
Was wird abgestimmt?
Am 28. September entscheidet die Schweizer Stimmbevölkerung über die Abschaffung des sogenannten Eigenmietwerts. Heute müssen Hauseigentümerinnen und -eigentümer, die in den eigenen vier Wänden wohnen, ein fiktives Mieteinkommen versteuern – als ob die Liegenschaft vermietet wäre. Gleichzeitig dürfen sie Schuldzinsen, Unterhaltskosten und Investitionen in die Energieeffizienz vom steuerbaren Einkommen abziehen.
Diese seit Jahrzehnten umstrittene Regelung soll nun reformiert werden. Die Vorlage sieht die Aufhebung des Eigenmietwerts und eine Neuregelung der Abzüge vor.
🔎 Was ändert sich konkret?
- Eigenmietwert fällt weg: Eigentümer zahlen keine Steuer mehr auf das fiktive Mieteinkommen.
- Schuldzinsenabzug eingeschränkt: Bisher breite Abzugsmöglichkeiten werden reduziert und nur noch begrenzt gewährt.
- Energieinvestitionen teilweise abzugsfähig: Für ökologische Sanierungen und Dämmungen bleiben begrenzte Steuererleichterungen bestehen.
- Zweitwohnungen: Kantone erhalten die Möglichkeit, für Zweitwohnungen eigene Liegenschaftssteuern einzuführen.
✅ Argumente der Befürworter
- Steuergerechtigkeit: Mieter zahlen keine Steuer auf fiktive Einkünfte – Eigentümer sollten es auch nicht müssen.
- Entlastung für Schuldlose: Besonders für Rentnerinnen und Familien ohne Hypothek fällt eine finanzielle Last weg.
- Vereinfachung: Das Steuersystem wird klarer und verständlicher.
👉 Unterstützt von FDP.Die Liberalen, Die Mitte, SVP.
❌ Argumente der Gegner
- Staatseinnahmen sinken: Wegfallende Steuern könnten Haushaltslöcher verursachen.
- Ungleichheit: Junge Eigentümer mit hohen Hypotheken verlieren wichtige Abzugsmöglichkeiten.
- Gefahr für Energiewende: Weniger steuerliche Anreize könnten Sanierungen und ökologische Investitionen unattraktiver machen.
👉 Dagegen sind SP, Grüne, Gewerkschaften, Umweltorganisationen.
⚖️ Positionen der Parteien
- SP – Sozialdemokratische Partei: Klar Nein. Begründung: Einnahmeausfälle, Belastung junger Eigentümer und Risiko für Klimapolitik.
- Grüne: Ebenfalls Nein. Fokus auf Schutz der Energiewende.
- GLP – Grünliberale Partei: Gespalten. Offizielle Linie unklar.
- FDP – Die Liberalen: Ja. Argumentiert mit Fairness und Vereinfachung.
- Die Mitte: Ja. Entlastung für ältere und schuldenfreie Eigentümer.
- SVP – Schweizerische Volkspartei: Ja. Will die „fiktive Steuer“ streichen, allerdings mit kantonalen Differenzen.
📊 Aktuelle Umfragen
Laut einer ersten SRG-SSR-Erhebung liegt das „Ja“-Lager leicht vorne, doch der Anteil der Unentschlossenen ist hoch. Besonders junge Hypothekarschuldner und ökologisch orientierte Stimmbürgerinnen zeigen sich unsicher.
🧭 Analyse: Ja oder Nein?
Gründe für ein Ja:
- Keine Besteuerung von nicht vorhandenen Einkünften.
- Entlastung für ältere und schuldenfreie Eigentümer.
- Klarere, einfachere Steuergesetze.
Gründe für ein Nein:
- Risiko erheblicher Einnahmeverluste für den Staat.
- Schlechterstellung junger Eigentümer mit hohen Krediten.
- Mögliche Bremswirkung auf Energie- und Klimapolitik.
📌 Fazit
Die Abstimmung am 28. September betrifft weit mehr als nur eine steuertechnische Frage. Sie entscheidet über das Gleichgewicht zwischen Mietern und Eigentümern, über die Zukunft der öffentlichen Finanzen und über die Weichenstellung in der Energie- und Wohnungspolitik.












